Geöffnete E-Zigarette mit sichtbarem Akku, Verdampfer und Verdampferköpfen

Wie funktioniert eine E-Zigarette? Aufbau einfach erklärt

Eine E-Zigarette erhitzt eine Flüssigkeit, das Liquid, mit einem elektrisch betriebenen Heizelement und erzeugt daraus ein Aerosol, das eingeatmet wird. Tabak wird dabei nicht verbrannt. Damit das funktioniert, arbeiten vier Bauteile zusammen: Akku, Verdampfer oder Pod, die Heizwendel (Coil) und das Liquid.

🔍 Das Grundprinzip in wenigen Schritten

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) beschreibt eine E-Zigarette als Gerät aus einem Verdampfer mit batteriebetriebenem Heizelement, einem Depot oder einer Kartusche für das Liquid und einer Batterie. Sobald Sie an dem Gerät ziehen oder einen Feuerknopf drücken, fließt Strom vom Akku durch das Heizelement. Dieses erwärmt das Liquid, das ein Docht aus dem Tank heranführt, und es entsteht ein feiner Nebel. Nach Angaben des BfR wird das Liquid bei den meisten Geräten auf etwa 150 bis 200 Grad Celsius erhitzt. Der sichtbare Dampf ist streng genommen ein Aerosol, also ein Gemisch aus winzigen Tröpfchen und Gasen in der Luft.

  1. Strom aus dem Akku erreicht die Coil.
  2. Die Coil erhitzt das Liquid im Docht.
  3. Das Liquid wird zu einem Aerosol vernebelt.
  4. Über das Mundstück wird das Aerosol eingeatmet.

🔋 Der Akku liefert die Energie

Der Akku ist die Energiequelle jeder E-Zigarette. In einfachen Geräten ist er fest verbaut, bei anderen Modellen werden wechselbare Akkuzellen eingesetzt, die separat geladen werden. Ausgelöst wird der Heizvorgang je nach Bauart über einen Knopf oder automatisch beim Ziehen: Eine Veröffentlichung von Fachleuten des BfR beschreibt, dass beim Saugen ein Unterdruckschalter betätigt wird. Viele Geräte erlauben es außerdem, die Spannung oder Leistung einzustellen. Laut derselben Quelle führt eine höhere Energiezufuhr zu mehr Aerosol pro Zug, bei Überhitzung können aber Schadstoffe wie Formaldehyd entstehen.

Für den sicheren Umgang mit dem Akku ist die Bedienungsanleitung des jeweiligen Geräts der Maßstab. Dort steht, über welchen Anschluss und mit welchem Ladegerät das Gerät geladen werden soll. Bei Geräten mit wechselbaren Zellen kommt hinzu, dass Zelle, Gerät und Ladegerät zueinander passen müssen. Einen Überblick über passende Zellen und Ladetechnik gibt die Kategorie Akku-Zellen und Zubehör.

💨 Verdampfer, Tank und Pod

Der Verdampfer ist der Teil, in dem das Liquid gelagert und verdampft wird. Klassische Verdampfer bestehen aus einem nachfüllbaren Tank, einem Mundstück und einem austauschbaren Verdampferkopf, in dem die Coil sitzt. Pod-Systeme fassen Tank und Mundstück in einer kompakten Kartusche zusammen, die auf das Akkuteil gesteckt wird. Je nach Modell ist die Coil im Pod fest verbaut oder lässt sich einzeln wechseln. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) unterscheidet außerdem zwischen Einwegprodukten und Geräten mit austauschbaren Kartuschen.

Welche Bauform passt, hängt vor allem von der Zugtechnik ab. Kompakte Pods und kleine Verdampfer mit engem Luftkanal sind auf den Mund-zu-Lunge-Zug ausgelegt, bei dem der Dampf zuerst im Mund gesammelt wird. Verdampfer mit großen Luftöffnungen sind für direkte Lungenzüge gedacht, bei denen pro Zug ein Vielfaches an Luft durch das Gerät strömt. In einer Laborstudie wurde für den Mund-zu-Lunge-Zug ein Zugvolumen von etwa 55 Millilitern angesetzt, für den direkten Lungenzug etwa 500 Milliliter. Verschiedene Bauarten zeigt die Kategorie Verdampfer.

🌀 Die Coil: Heizwendel und Docht

Die Coil, auch Verdampferkopf genannt, ist das eigentliche Heizelement. Sie besteht aus einem Heizdraht oder einem flachen Metallgitter (Mesh) und einem Docht, meist aus Watte, der das Liquid aus dem Tank zum Heizelement führt. Wie gut diese Versorgung funktioniert, beeinflusst die Temperatur erheblich: In einer Messstudie im Fachjournal PLOS ONE lagen voll benetzte Coils bei etwa 110 bis 185 Grad Celsius, trockene Coils dagegen bei rund 322 bis 1.008 Grad Celsius. Die Autoren werten die Liquidversorgung über den Docht als zentrales Konstruktionsmerkmal. Coils sind Verschleißteile und werden regelmäßig ersetzt.

Jede Coil hat einen elektrischen Widerstand, angegeben in Ohm. Bei gleicher Spannung gilt: Je niedriger der Widerstand, desto höher die Leistung, denn die Leistung an einem ohmschen Widerstand ergibt sich aus der Spannung zum Quadrat geteilt durch den Widerstand. Coils unter einem Ohm werden als Sub-Ohm-Coils bezeichnet und vor allem für direkte Lungenzüge verwendet. Welche Leistung zu einer Coil passt, steht in der Regel auf dem Verdampferkopf oder in der Anleitung.

💧 Das Liquid: Basis, Aroma und Nikotin

Das Liquid besteht nach Angaben des BfR in der Regel aus Propylenglykol (PG) und/oder Glycerin (VG) als Vernebelungsmittel, dazu kommen Aromastoffe und häufig Nikotin. Der Massenanteil der Vernebelungsmittel liegt laut einer BfR-Veröffentlichung bei über 95 Prozent. Das Mischverhältnis von PG zu VG beeinflusst das Aerosol: Eine Laborstudie zeigte, dass ein geringerer PG-Anteil die Partikelmasse und die Nikotinabgabe verringerte, während VG-reiche Liquids das Licht stärker streuten und dadurch als dichtere Wolke sichtbar wurden. Liquids gibt es mit und ohne Nikotin.

Nikotin macht stark abhängig. Das BfR hält eine Nikotinsucht bei nikotinhaltigen E-Zigaretten für wahrscheinlich und gibt an, dass die Nikotinkonzentration im Gehirn nach einem Zug im Mittel nach 27 Sekunden die Hälfte ihres Maximums erreicht. Von Liquids mit Kühlstoffen wie WS-23, WS-3 oder WS-5 rät das BfR ab. Wer kein Nikotin aufnehmen möchte, findet in der Kategorie nikotinfreie Liquids Varianten ohne diesen Stoff.

⚖️ Was das Tabakerzeugnisgesetz vorgibt

Für nikotinhaltige Produkte gelten in Deutschland feste Grenzen aus § 14 des Tabakerzeugnisgesetzes (TabakerzG). Nachfüllbehälter mit nikotinhaltigem Liquid dürfen höchstens 10 Milliliter fassen. Elektronische Einwegzigaretten und Einwegkartuschen dürfen ein Volumen von höchstens 2 Millilitern haben. Der Nikotingehalt der Flüssigkeit darf 20 Milligramm pro Milliliter nicht überschreiten. Außerdem müssen E-Zigaretten und Nachfüllbehälter kinder- und manipulationssicher sowie bruch- und auslaufsicher sein.

🧩 Die Bauteile im Überblick

Bauteil Aufgabe Hinweis
Akku Liefert den Strom für das Heizelement Fest verbaut oder als Wechselzelle
Verdampfer oder Pod Nimmt das Liquid auf und führt die Luft Bauform passend zur Zugtechnik wählen
Coil Erhitzt das Liquid im Docht Verschleißteil, Widerstand in Ohm
Liquid Basis aus PG und VG, Aromen, optional Nikotin Nikotin höchstens 20 mg/ml

Für den Einstieg hilft es, zuerst die gewünschte Zugtechnik festzulegen und erst danach Gerät, Coil und Liquid auszuwählen. Diese drei Bausteine müssen zueinander passen, damit die Coil ausreichend mit Liquid versorgt wird und nicht trocken läuft. Lesen Sie vor der ersten Nutzung die Bedienungsanleitung und füllen Sie den Tank, bevor Sie das Gerät auslösen. Die verbindlichen Werte für Leistung und Widerstand gibt der Hersteller Ihres Geräts vor.

❓ Häufige Fragen

Wird bei einer E-Zigarette etwas verbrannt?

Nein. Das Liquid wird elektrisch erhitzt und vernebelt, Tabak wird nicht verbrannt. Nach Angaben des BfR liegen die Temperaturen bei den meisten Geräten bei etwa 150 bis 200 Grad Celsius.

Was ist der Unterschied zwischen Pod und Verdampfer?

Ein Pod ist eine kompakte Kartusche, die Tank und Mundstück vereint und auf das Akkuteil gesteckt wird. Ein klassischer Verdampfer besteht aus Tank, Mundstück und einem wechselbaren Verdampferkopf.

Wie viel Nikotin darf ein Liquid enthalten?

Nach § 14 TabakerzG höchstens 20 Milligramm pro Milliliter. Nachfüllbehälter mit nikotinhaltigem Liquid dürfen höchstens 10 Milliliter fassen.

Warum schmeckt eine neue Coil manchmal verbrannt?

Häufig war der Docht noch nicht vollständig mit Liquid getränkt. Trockene Coils werden laut Messungen viel heißer als benetzte, deshalb sollte das Liquid vor dem ersten Zug einige Minuten einziehen.

📚 Quellen

Über diesen Ratgeber

Verfasst von der Dampferlounge Neumünster, Fachgeschäft für E-Zigaretten, Liquids und Zubehör mit Onlinehandel. Stand: 27. Oktober 2026. Die Angaben sind sorgfältig recherchiert und mit Quellen belegt, ersetzen aber keine ärztliche oder rechtliche Beratung.

Gestaltung und technische Betreuung des Onlineshops: prust.digital, Beratung und Umsetzung für E-Commerce.

0
0
Warenkorb
Warenkorb leerenIhr Warenkorb ist leer.Zum Sortiment
Nach oben scrollen