Flaschen mit PG und VG neben Molekülmodellen

PG und VG im Liquid: Was die Basis bewirkt

PG (Propylenglykol) und VG (pflanzliches Glycerin) bilden die Basis fast jedes Liquids und machen nach einer Veröffentlichung von BfR-Fachleuten zusammen über 95 Prozent seiner Masse aus. Beide Stoffe dienen als Vernebelungsmittel und als Träger für Aromen und Nikotin. Ihr Mischverhältnis beeinflusst, wie viel sichtbarer Dampf entsteht, wie viel Nikotin abgegeben wird und wie gut das Liquid zum Verdampfer passt.

🧪 Was ist PG?

Propylenglykol, chemisch Propan-1,2-diol, ist eine viskose und stark hygroskopische Flüssigkeit, die also Wasser anzieht. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) weist darauf hin, dass PG in der EU als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen ist. Beim Inhalieren werden allerdings große Mengen über die Atemwege aufgenommen, und das ist ein anderer Aufnahmeweg als beim Essen. In Liquids dient PG als Vernebelungsmittel und als Lösungsmittel für Aromen. Ein höherer PG-Anteil steht im Ruf, einen stärkeren Throat Hit zu erzeugen; diese verbreitete Annahme wurde in der hier zitierten Laborstudie allerdings nicht direkt sensorisch geprüft.

🌫️ Was ist VG?

VG steht für Vegetable Glycerin, also pflanzliches Glycerin. Glycerin ist ebenfalls hygroskopisch und mit einer dynamischen Viskosität von rund 1.480 mPa·s bei 20 Grad Celsius sehr zähflüssig. In Liquids sorgt es vor allem für die sichtbare Dampfwolke. Eine Laborstudie zeigte, dass Aerosole aus VG-reichen Liquids das Licht etwa zehnmal stärker streuen als solche aus PG-reichen Liquids, obwohl sie weniger Partikelmasse enthielten. Das erklärt, warum VG-betonte Liquids als dichter Dampf wahrgenommen werden.

⚖️ Mischverhältnisse verstehen

Das Mischverhältnis wird meist als PG/VG angegeben: Die erste Zahl steht für den PG-Anteil, die zweite für den VG-Anteil. Ein Liquid mit 50/50 enthält also gleiche Anteile beider Stoffe, ein Liquid mit 30/70 enthält mehr Glycerin. In der genannten Laborstudie verringerte ein geringerer PG-Anteil die gesamte Partikelmasse und die abgegebene Nikotinmenge. Das Mischverhältnis wirkt sich also darauf aus, wie viel Nikotin bei gleicher Nikotinstärke tatsächlich abgegeben wird. Messungen an Heizspiralen zeigten außerdem, dass die Zusammensetzung des Liquids die Betriebstemperatur der Coil beeinflusst.

PG/VG Eigenschaften Häufiger Einsatz
70/30 Dünnflüssiger, weniger sichtbarer Dampf Kleine MTL-Verdampfer und Pods
50/50 Ausgewogen MTL-Geräte und viele Pod-Systeme
30/70 Zähflüssiger, dichterer Dampf DL- und Sub-Ohm-Verdampfer

🛠️ Welches Verhältnis zu welchem Gerät?

Wer ein Liquid mit einem Nikotinshot mischt, verändert dabei auch das PG/VG-Verhältnis. Ein Rechenbeispiel: Werden 50 Milliliter Liquid mit 30/70 mit einem 10-Milliliter-Shot mit 50/50 gemischt, enthält die Mischung 20 Milliliter PG und 40 Milliliter VG. Das entspricht einem Verhältnis von etwa 33/67. Die Abweichung ist gering, kann bei engen Verdampfern aber eine Rolle spielen.

Welches Mischverhältnis passt, hängt vom Verdampfer ab. Kleine MTL-Verdampfer und Pods haben enge Liquidöffnungen, durch die ein dünnflüssigeres Liquid leichter zur Coil nachfließt. Eine Messstudie zeigte, wie wichtig diese Versorgung ist: Voll benetzte Coils erreichten etwa 110 bis 185 Grad Celsius, trockene Coils dagegen bis zu rund 1.000 Grad Celsius. Sub-Ohm-Verdampfer mit großen Liquidöffnungen kommen in der Regel auch mit VG-reichen Liquids zurecht. Wer selbst mischt, findet Basen mit verschiedenen Verhältnissen in der Kategorie Basen und Shots, Material zum Selbstmischen im Bereich DIY.

🌡️ Basis, Temperatur und Zersetzungsprodukte

PG und VG werden in der E-Zigarette erhitzt, nach Angaben des BfR bei den meisten Geräten auf etwa 150 bis 200 Grad Celsius. Beim Erhitzen können laut BfR Formaldehyd und Acetaldehyd, die als krebserzeugend eingestuft sind, sowie das zellschädigende Acrolein entstehen. Eine Veröffentlichung von BfR-Fachleuten nennt hohe Leistung und Überhitzung als Ursachen für die Bildung solcher Carbonylverbindungen. Die Schadstoffmenge liegt laut BfR unter der von Tabakrauch, hängt aber von Zugintensität, Füllstand, Akkuspannung und Bauweise des Geräts ab. Auf einen gut mit Liquid versorgten Docht und eine Leistung im angegebenen Bereich sollten Sie deshalb unabhängig vom Mischverhältnis achten.

Die Temperaturstudie im Fachjournal PLOS ONE hat Liquids aus reinem Propylenglykol und Mischungen mit Glycerin untersucht. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass angelegte Leistung, Zusammensetzung des Liquids und die Liquidversorgung der Coil gemeinsam die Betriebstemperatur bestimmen. Kein einzelner Faktor lässt sich also isoliert betrachten. Wer das Mischverhältnis wechselt, sollte deshalb prüfen, ob die bisherige Leistungseinstellung noch zum neuen Liquid passt.

🤧 Unverträglichkeiten und Reizungen

Nach Angaben des BfR können bei empfindlichen Menschen Reizungen der Augen und Atembeschwerden auftreten. In Tierversuchen zeigten sich nach längerem Einatmen von Propylenglykol Veränderungen im Blutbild, und zu den Langzeitfolgen des Einatmens von PG und Glycerin fehlen laut BfR Studien. Einige Aromen können nach Angaben des Instituts Allergien auslösen. Propylenglykol ist außerdem als Kontaktallergen bekannt: Die American Contact Dermatitis Society wählte es zum Allergen des Jahres 2018, und das Dermatologie-Portal DermNet nennt E-Zigaretten ausdrücklich als mögliche Quelle.

DermNet beschreibt PG als häufige Ursache einer irritativen Kontaktdermatitis, die auch sensorische Reizungen auslösen kann. Wer bei sich eine Unverträglichkeit vermutet, sollte das ärztlich abklären lassen, statt selbst Rückschlüsse zu ziehen. Den PG-Anteil eines Liquids können Sie an der Angabe des Mischverhältnisses und an der Zutatenliste ablesen. Einen Überblick über Liquids mit unterschiedlichen Verhältnissen gibt die Kategorie Alle Liquids.

❓ Häufige Fragen

Was bedeutet 50/50 bei Liquids?

Die Angabe beschreibt das Verhältnis von Propylenglykol (PG) zu Glycerin (VG). Bei 50/50 sind beide Stoffe zu gleichen Teilen enthalten, bei 30/70 überwiegt Glycerin.

Welcher Bestandteil erzeugt mehr sichtbaren Dampf?

Glycerin. In einer Laborstudie streuten Aerosole aus VG-reichen Liquids das Licht etwa zehnmal stärker, weshalb der Dampf dichter wirkt.

Kann man gegen PG allergisch sein?

Ja, Propylenglykol ist als Kontaktallergen bekannt und war 2018 Allergen des Jahres der American Contact Dermatitis Society. Bei Beschwerden sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

Beeinflusst das Mischverhältnis die Nikotinabgabe?

Laut einer Laborstudie verringerte ein geringerer PG-Anteil die abgegebene Nikotinmenge. Bei gleicher Nikotinstärke kann ein VG-reiches Liquid also weniger Nikotin abgeben.

📚 Quellen

Über diesen Ratgeber

Verfasst von der Dampferlounge Neumünster, Fachgeschäft für E-Zigaretten, Liquids und Zubehör mit Onlinehandel. Stand: 27. Oktober 2026. Die Angaben sind sorgfältig recherchiert und mit Quellen belegt, ersetzen aber keine ärztliche oder rechtliche Beratung.

Technik und Suchmaschinenoptimierung des Onlineshops betreut prust.digital.

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